Sternenfotografin & dankbar dafür (Triggerwarnung)

Aktualisiert: Nov 6

!! TRIGGERWARNUNG !!⁠

🌟 Sternenkinder 🌟⁠

..kurz nachdem dieses Bild entstanden ist passierte ein Erstes mal das, wovor ich als Sternenfotografin den meisten Bammel hatte – mir fingen an hinter der Kamera die Tränen zu laufen. ⁠

Ich habe nun schon einige Sternenkinder fotografiert. Das Kleinste war gerade mal 17 Wochen alt. Ein scheinbar fertiges kleines Menschlein, das mit seinem ganzen Körper in meine Hand passte und durch dessen dünne Haut ich seine filigranen Adern erkennen konnte. Ein wunderschöner, atemberaubender Anblick der mich hat hautnah miterleben lassen, wie komplex unser Körper ist.⁠

Einige Kinder sehen aus, als würden sie ganz friedlich schlafen. Ich erinnere mich noch genau, wie ich von einer liebevollen Hebamme in einen Abschiedsraum gebracht wurde und dort einen perfekten Jungen im Bettchen liegen sah. Ich ging hin und streichelte über sein zerbrechliches Köpflein. Einen Moment lang spürte ich völlige Stille und war erfüllt mit Dankbarkeit dafür, den Eltern so kostbare Erinnerungen an ihr Kind schenken zu dürfen.⁠

Die Körper anderer Sternchen, deren Herzlein schon im Mutterleib ein paar Tage nicht mehr schlagen wollte, haben sich meist schon so sehr verändert, dass ich sie vor und während des Fotografierens etwas säubern muss, da nach jeder Bewegung Flüssigkeit austritt – Ausziehen oder Hochnehmen ist hier leider selten zu möglich. ⁠

In diesen vielen unterschiedlichen Einsätzen, die ich mit #DeinSternenkind hatte, konnte ich immer eine „professionelle Distanz“ wahren und war meistens von der Liebe und Stille die im Raum herrschte so eingenommen, dass ich mehr Dankbarkeit als Traurigkeit in mir spürte.⁠

.. als dann aber einmal Geschwisterkinder, wissend dass ihr kleiner Bruder schon bei den Sternen ist, den Raum betraten, war ich komplett ergriffen. Ich habe wirklich noch nie so etwas herzzerreißendes erlebt, wie die Reaktion der großen Schwester auf ihren toten Bruder. Sie war so unfassbar aufgeregt und freudig, ihn endlich kennenlernen und im Arm halten zu dürfen und gleichzeitig so tieftraurig, dass sie ihn nicht mit nach Hause nehmen können. ⁠

Mir liefen hinter der Kamera einfach nur die Tränen. Und das war auch völlig okay.